Zeitplanung

Ich habe gelegentlich mal das Problem zwischen allen anstehenden Tasks die Übersicht zu verlieren. Da hilft auch ein noch so tolles Tickettool nicht großartig weiter. Bis man den verlorenen Faden wieder aufgenommen hat vergeht gut und gerne mal eine viertel Stunde und man ist genervter als zuvor.

Ich war schon immer ehr der Haptiker… und dank des Vortrags eines Kollegen, der die Systeme Kanban und Scrum gegenüberstellte, fing ich an mir selbst Gedanken zu einem solchen System zu machen.

Die o.g. Systeme sind super wenn man an einem lang bemessenen Projekt arbeitet und am besten noch mit verschiedenen Teams die einzelnen Stationen besetzt hat. Dazu noch ein oder mehrere Scrum-Master, die den Prozess überwachen und der Spaß läuft gut an.

Wie macht das aber nun der einzelne Admin, der über ein Tickettool und per direkter Useranfrage befeuert wird?

Unter dem Arbeitstitel ScrämmBummBäng habe ich ein eigenes kleines, aber schon bewährtes System zusammengestellt um dem Chaos Herr zu werden.

Grundlegend teilen wir alle anfallenden Arbeiten dem Aufwand entsprechend nach T-Shirt Größen ein.

  • S – M – L – XL -XXL

 

 

Ich möchte hier nicht darauf eingehen was ein S-Task und was ein XXL-Task ist. Da habt ihr sicherlich mehr Erfahrung wie es bei Euch aussieht ;) Versucht erst gar nicht in Stunden oder Tage einzuteilen, das geht grundsätzlich schief.

Für alle die es trotzdem tun wollen:

Geschätzte Zeit + 50% IT-Projekt-Bonus + 25% Murphy

 

Wir notieren:

  • Ist der Task besonders wichtig?  Falls ja, merken & markern!
  • Was sind die weiteren Main-Infos zum Task?
  • Ticketnummer und Kurzbeschreibung sind sinnvoll, nicht wahr? =)

Also halten wir das alles schon mal auf einer Karte fest.
Ich nutze gerne 10x6cm Karteikarten.

 

Wenn alles vermerkt ist können wir das auch schon an der Tafel aufhängen. Die Reihenfolge an der Tafel ist mit der Prio. von oben nach unten absteigend. – Logisch –

 

Ach ja, die Tafel. Schnappt euch das nächstbeste Whiteboard, bunte Marker und Magnete.

Bastelt euch eine Tabelle mit folgenden Spalten:

 

 

TICKETS  =  POOL  =  ToDo = Testing  =  Done Unter den jeweiligen Spaltenüberschriften legt ihr ein Maximum fest, Tickets enden nie, daher „n“.
In den Pool kommen bei mir die ersten drei anstehenden Tickets. ToDo habe ich aktuell auf 1, da nicht viel los ist und ich mir die Zeit momentan gönnen kann. Unter Testing laufen alle schon erledigten Tasks, die aber noch Bestätigung brauchen. Done erklärt sich von selbst und ist ebenfalls „n“.

 

Unten baut Ihr Euch noch eine Zeile für Long-Time-Tasks oder Freizeitbeschäftigung.

Bei mir stehen da so Sachen wie „Newsgroups?“ „Mehr Perl lernen“ oder „Kaffee?“
Prioritäten gehen Euch nichts an, evtl liest hier auch Kollegschaft mit =)

Also an sich recht easy, Tasks laufen von links nach rechts durch und wir haben selbstgebaute Regeln. Ihr könnt natürlich die Max. Angaben auf dem Board jederzeit tauschen. Was Testing angeht hat sich aber für mich rauskristallisiert das nicht mehr als zwei Testings parallel überwacht werden können.

Alles was ihr bis jetzt gelesen hat klingt vorerst mal nach irre viel Schreibarbeit und Aufwand. Ich habe mich auf das Experiment eingelassen und muss sagen das ich den Aufwand viel zu groß eingeschätzt habe. Mittlerweile geht mir das schon echt gut von der Hand und ich habe auf einen Blick meinen kompletten Arbeitsstand.

Probierts mal aus!

P.S. Ihr müsst nicht für ein „Ey ich brauch da mal schnell n Perlmodul“, was im Endeffekt ein einziges Kommando ist, den Kompletten Prozess durchzelebrieren, hier betreibt ihr dann am falschen Ende zu viel Aufwand.

Ein gewisses Grundrauschen wird immer herrschen und auch mit keinem System zu bewältigen sein. Also Kleinkrams nebenher miterledigen und schon wird alles gut ;)

 

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